Sümpfe

Sümpfe sind eines der am meisten geschützten Ökosysteme. Dank der hügeligen, muldigen und waldreichen Landschaft gibt es im Nationalpark von Niederlitauen viele Moore und Sümpfe.

Ein Beispiel für die im westlichen Teil Niederlitauens weit verbreiteten Hochmoore ist das Moor Sarnelė im telmologischen Schutzgebiet Paparčiai. Die meisten Moore im Park sind Übergangsmoore oder Tiefmoore. Die Moore Siberija, Šeirė, Stirbaičiai, Lieptai, Velėnija, Sidabrinė, Paburgis, Juodupė, Briedinė u.a. haben eine sehr interessante Pflanzenwelt: die Seggen an nassen Stellen gehen über in niedere Gräser und Torfmoose. Botaniker haben in den Mooren des Parks zum ersten Mal in Litauen Populationen der Sphagnum subnitens, Liparis loeselii (Glanz-Torfmoos), Hammarbya paludosa (Sumpf-Glanzkraut), Corallorchiza trifida (Korallenwurz), Listera cordata (Kleines Zweiblatt) und die hierzulande sehr seltene Scolochloa festucacea (Gewöhnlicher Schwingelschilf) gefunden.
Die Moore sind sehr wichtig für die biologische Vielfalt der Vögel und anderer Tiere und Pilze. Viele seltene und vom Aussterben bedrohte Vögel wie Kraniche, gelbe Bachstelzen u. a. brüten hier. Von Bibern neu gebildete Moore und Teiche haben die ersten fünf bis acht Jahre eine reiche biologische Vielfalt.
Kalkige Tiefmoore sowie Übergangsmoore und Tiefmoore, in denen Cladium mariscus (Binsenschneide) vorkommt, sind geschützt.